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Römische Spitzen – Auszug aus: Schöne Grüsse aus Rom - von Feridun Zaimoglu

KolosseumVon falschen Cäsaren und toten Gladiatoren. Inzwischen weiß es jedes Kind, dass das Kolosseum seinen Namen nicht etwa seinen mörderisch-monumentalen Ausmaßen verdankt - dieses Amphitheater wurde nach dem Kolossal-Standbild des Kaisers Nero benannt, an dessen Stelle heute fünf hohe Bäume stehen. Nun, was soll ich sagen, ich wusste es nicht ... Ich habe mich für eine deutsche Gruppenführung angemeldet ... Endlich trifft der Kunsthistoriker ein und legt sofort los: Bis in die Mitte des neunzehnten Jahrhunderts seien die Fäkalien und der Kehricht von ganz Rom am Kolosseum abgeladen worden, die "Müllverschüttungshöhe" habe ungefähr fünfundzwanzig Meter betragen.

Aha, denke ich, wenn das Monument eine fünfzig Meter hohe Fassade hat, bedeutet es ja, dass das Kolosseum zur Hälfte im Müll der Stadt versank. Ich frage nach, meine Streberfrage bringt ihn etwas aus dem Konzept. Ja, sagt er, Sie sind ja richtig toll im Kopfrechnen. Bei kalten Wintern, fährt er fort, kamen früher Wölfe bis ans Kolosseum, in den Gewölben hauste das Gesindel und wer nachts den Tod fand, wurde einfach auf dem Unrat abgelegt.

Sind das an der Fassade Einschusslöcher aus dem zweiten Weltkrieg, frage ich, die anderen Teilnehmer starren mich an und als ich erst einmal keine Antwort bekomme, gieße ich aus einer Plastikflasche Wasser über meinen Kopf aus. Ich stehe jetzt schon eine halbe Stunde in der prallen Sonne, und wenn es so weiter geht, wird mich ein Hitzschlag dahinraffen und ich sehe im Geiste den falschen Cäsar und die Gardisten meine Leiche auf der Rückseite des Kolosseums abladen.

Darauf wollte ich gerade kommen, sagt der Kunsthistoriker. Die Römer haben damals Steine mit Mörtel versetzt und mit Klammern festgehalten, Jahunderte später kamen die neuen Römer und rissen sich die Eisenklammern unter den Nagel. ...

Zaimoglu2006, der Autor, zur Zeit fast täglich irgendwo auf Lesungen, weder telefonisch noch sonst irgendwie greifbar, kaum aus Rom zurück, gerade am Kieler Schauspielhaus die Premiere seiner Version von Romeo und Julia in Zusammenarbeit mit Günter Senkel erfolgreich gefeiert, auf dem Sprung, bevor es für ein weiteres Porjekt nach Berlin geht, während in Stuttgart eine andere Seite, seine gemalten Bilder, gezeigt werden, ist gern unterwegs, kommt immer wieder auch gern zurück nach Kiel.
1964 in der Türkei gebohren, mit seinen Eltern auf der Gastarbeiterwelle nach Deutschland geschwappt, verdankt und dankt er ihnen alles, genoss eine besondere Erziehung und siezt seine Eltern auch heute noch respektvoll. Lebt seit 1985 in Kiel.

2005, Feridun Zaimoglu, zu Beginn seines einjährigen Stipendiums in Rom, ausgebrannt und erholungsbedürfig, nach der Abgabe des Manuskriptes für seinen jüngsten Roman Leyla, erschienen im Verlag Kiepenheuer & Witsch, durch die ewige Stadt irrend, brauchte zwei gute Monate, um seine Bodenhaftung nun auch an diesem Ort zu erlangen. Schnell fanden sich dann auch die alltäglichen Begebenheiten, die seine Heimatstadt Kiel in loser Abfolge erreichten und in der Tageszeitung als Römische Spitzen eine große Fangemeinde fanden. Nun sollen sie unter dem Titel "Schöne Grüsse aus Rom" im Verlag Kiepenheuer & Witsch herauskommen. Feridun Zaimoglu erzählt vom und über das Leben.

Rom intensiv. Mein Jahr in der ewigen Stadt

In Rom auf Abwegen - Feridun Zaimoglu bürstet die ewige Stadt gegen den Strich. Ein spannendes Jahr an einem traditionsreichen Ort: Als Stipendiat der Villa Massimo macht sich Feridun Zaimoglu auf, Rom zu erkunden und die Römer kennenzulernen. Erstaunliche Begegnungen sind die Folge, brillante Texte das Ergebnis. Ein Jahr in wöchentlichen Geschichten. Es ist eine große Auszeichnung und gleichzeitig eine schwere Bürde: als deutschsprachiger Autor ein Jahr in Rom zu verbringen, dort zu leben und zu arbeiten - erst recht, wenn man dort als Deutschtürke ganz besonders auffällt. Feridun Zaimoglu lässt sich nicht beirren, stürzt sich ins Geschehen, lernt Italienisch nach Maßgabe seiner Bedürfnisse ...

Weiter: (»Una spremuta d'arrancia, per favore« ist sein erster Satz), meidet die Touristenspots und treibt sich lieber auf Trödelmärkten und unter Fremdländern herum. So wird Sergej, der geheimnisvolle Mann aus der Ukraine, sein unerschrockener Begleiter und die ewige Stadt allmählich sein Revier. Zeitweilig ist der Petersplatz sein bevorzugter Ort, denn Erkrankung und Tod von Johannes Paul II. und die Wahl von Benedikt XVI. halten die Stadt in Atem. Und auch der Campo dei Fiori steigt in seiner Gunst, denn das Leben auf und um diesen Platz herum bietet reichlich Anschauungsmaterial. So entstehen ethnographische Studien, literarische Phantasien und immer wieder handfester Kontakt auch auf der obligatorischen Urlaubsreise während des Ferragosto. Feridun Zaimoglu gelingt es, unbelastet von deutsch-romantischer Italophilie das Bezaubernde dieser Stadt ganz neu zu entdecken: Mit äußerst wacher Beobachtungsgabe und großem sprachlichen Feingefühl sowie dem untrüglichen Gespür für überraschende Wendungen zeigt er uns sein Rom und lässt dabei die eine Frage immer offen - hat es sich wirklich so zugetragen?

Rom intensiv. Mein Jahr in der ewigen Stadt anschauen

Roman Leyla, von Feridun Zaimoglu anschauen

Am 2. Oktober 2007 wird in Gelnhausen der mit € 10.000,00 dotierte Grimmelshausen – Preis 2007
an Feridun Zaimoglu für seinen Roman Leyla überreicht.

Schwarze Jungfrauen, Hör CD von Feridun Zaimoglu anschauen

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